Hilfe für indonesische Kinder

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Elmshorner Nachrichten, 15.08.2007

Bildung für Indonesien: Nordakademie-Studenten gründen während ihres Auslandssemesters einen wohltätigen Verein. Mit Spenden wollen die jungen Leute dort Kindern den Schulbesuch ermöglichen.

Elmshorn. Indonesien ein Land mit zwei Gesichtern: Unweit der touristischen Zentren herrscht bittere Armut. Nicht nur auf der Hauptinsel Java, auch im Urlauber-Paradies Bali. Es fehlt an Bildung. Das haben Patrick Gehl (23) aus Elmshorn und Robin Schwiderski (29) aus Hamburg während ihres viermonatigen Auslandssemesters an der Udayana Universität in Denpasar mit eigenen Augen erlebt. Um Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, gründeten die Nordakademie-Studenten mit einer Gruppe Studenten noch während ihres Aufenthalts den wohltätigen Verein "Education for Indonesia e.V.".
"Als wir dort ankamen, ist uns schlagartig bewusst geworden, dass Indonesien ein Dritte-Welt-Land ist. Häuser stehen auf Müllkippen, Kinder spielen barfuß auf den Müllbergen", erzählt Robin Schwiderski betroffen. Mit Mofa, Bus und Bahn haben die beiden das Land erkundet und abseits der Zentren mehr vom Alltag und den Problemen der Indonesier erfahren, als die meisten Asien-Touristen je sehen werden und vielleicht auch wollen.
Aus dem wohlhabenden Deutschland kommend sei die Armut ein echter Schock gewesen. Schnell reifte bei den Auslandsstudenten der Entschluss, zu helfen um die Not zu lindern. "Schon mit geringen finanziellen Mitteln kann viel erreicht werden", so Patrick Gehl. Wie wichtig eine gute Ausbildung sei, werde oft verkannt.
Der Schulbesuch in Indonesien ist kostenlos. Allerdings müssen die Kinder eine Schuluniform tragen. Diese kostet umgerechnet 3,80 Euro. Geld, das viele Familien nicht aufbringen können. Und so bleiben die Kinder auf der Straße ohne jemals lesen, schreiben oder rechnen zu lernen.
Noch vor Ort organisierten die Studenten Partys und Veranstaltungen, um Geld zu sammeln. Mit Erfolg: An zwei Schulen in entlegenen Regionen von Java konnten die jungen Leute bereits erste Schuluniformen an Kinder aus armen Familien übergeben. Landesweit berichteten Fernsehsender und Zeitungen wie die renommierte "Jakarta Post" über das Projekt. "Unser Ziel ist es, nachhaltig zu helfen", so Patrick Gehl.
Damit das Geld nicht in dunklen Kanälen versickert, kümmert sich Laura-Marie Schons vor Ort um die Verteilung. Die Bochumerin hat ein Jahr in Indonesien studiert, beherrscht die Sprache und schreibt ihre Diplomarbeit an der Udayana Universität. "Für uns allein wäre es nicht möglich, die Aktion zu starten", so Robin Schwiderski. "Außerhalb der Touristenzentren sprechen die Leute kaum Englisch."
Als Vorsitzende des Vereins werden die beiden Studenten Spenden sammeln. "Es gehört mehr dazu als wir im ersten Augenblick gedacht haben", sagt der 29-jährige Hamburger. Buchführung oder Spendenbescheinigungen der eingetragene wohltätige Verein muss lückenlos Rechenschaft ablegen. Das Strahlen in den Gesichtern der indonesischen Mädchen und Jungen bei der Übergabe der ersten Schuluniformen ist den Elmshornern schon jetzt Lohn genug.
Wer das Projekt unterstützen möchte, findet im Internet unter www.educationforindonesia.de weitere Informationen.