Nord-Studenten: Hilfe für Schulkinder in Indonesien

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Schleswig-Holstein am Sonntag, 02.09.2007

Kinder armer Familien werden vom Schulunterricht ausgeschlossen. Grund: Sie können sich die 3,80 Euro teure Schuluniform nicht leisten. Studenten aus Schleswig-Holstein wollen Geld sammeln.

Flensburg/Elmshorn - Wenn die angehende Lehrerin Christine Trepkau (23) aus Flensburg an ihren zweimonatigen Aufenthalt in Indonesien zurück denkt, weiß sie das deutsche Schulsystem erst richtig zu schätzen. Eine Grundschule ohne Dach, Klassen mit 40 bis 50 Kindern - in entlegenen Regionen auf Java und Bali keine Seltenheit. Die Jungen und Mädchen dort müssen froh sein, wenn sie überhaupt Lesen, Schreiben und Rechnen lernen dürfen. Der Schulbesuch ist zwar kostenlos, ohne Schuluniformbleibt ihnen der Unterricht aber verwehrt. Viele arme Familien können sich den "textilen Luxus" nicht leisten. Dabei kosten die Uniformen umgerechnet gerade einmal 3,80 Euro. Diesen Teufelskreis wollen engagierte Studenten durchbrechen - und haben dafür den wohltätigen Verein "Education for Indonesia" gegründet. "Als wir in Indonesien ankamen, ist uns erst klar geworden, was es bedeutet in einem Dritte-Welt-Land zu leben. Häuser stehen auf Müllkippen, Kinder spielen barfuß auf Müllbergen", sagt Robin Schwiderski, Student an der Nordakademie in Elmshorn. Mit Mofa, Bus und Bahn haben der 29-jährige Hamburger und Patrick Gehl (23) aus Elmshorn während ihres Auslandssemesters an der Udayana Universität in Denpasar das Land erkundet - und abseits der Urlauber- Zentren mehr vom Alltag und den Problemen der Indonesier erfahren, als die meisten Asien-Touristen je sehen werden und vielleicht auch wollen. Indonesien -  das Land mit den zwei Gesichtern: Unweit der touristischen Zentren herrscht bittere Armut. "Man  kann sich einfach nicht vorstellen, wie die dort leben", sagt Christine Trepkau. "Da ich selbst mit dem  Schulwesen zu tun habe, stand für mich sofort fest, mit zu helfen." Mit anderen Auslandsstudenten  gründeten die Schleswig-Holsteiner unterstützt von Freunden in der Heimat noch von Indonesien aus den Verein. "Es ist paradox. Mit einer für unsere Verhältnisse so kleinen Summe wird den Kindern die  Zukunft verbaut", sagt Patrick Gehl. "Dabei kann sich das Land nur entwickeln, wenn die Leute gebildet sind."Die deutschen Studenten organisierten Partys und Veranstaltungen, um Geld zu  sammeln. Mit Erfolg: An zwei Schulen auf Java konnten die jungen Leute bereits Schuluniformen übergeben.  "Die haben sich riesig gefreut", erzählt Christine Trepkau. "Wir haben sie richtig ins Herz  geschlossen."
JENS NEUMANN