Erfahrungsbericht: Hilfsprojekt Bali

von Jonas

Die Mitglieder Handayani, Miryana, Marcus, Sam und Jonas der Charity-Gruppe des Batches 20 sowie ein Reporter der „Jakarta Post“ starteten am Sonntag den 23.11.2008 eine Tour zu vier verschiedenen Waisenhäusern auf Bali.

Ein langer Planungsprozess und viele produktive Diskussionen waren von Nöten, bevor wir die Kinder in den Waisenhäusern besuchen und unterstützen konnten.

Nachdem Mitglieder der Charity-Gruppe nach einer Bali-Tour von dem Besuch der Waisenhäuser berichteten, fiel gruppenintern schnell die Entscheidung, dass wir die Kinder mit Hilfspaketen unterstützen wollen. Mit einem Budget von 500 Euro, welches wir von dem Verein „ Education for Indonesia“ zur Verfügung gestellt bekommen haben, konnten wir für jedes Waisenhaus Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln, Öl, Zucker und Salz erwerben und wichtige Sachgüter wie zum Beispiel Stifte, Schreibhefte, Seife, Zahnbürsten kaufen. Für das Waisenhaus PA Kristen 400 Baith-El in Klungkung kauften wir zudem auf dem lokalen Markt der Stadt 30 Paar Schuhe sowie 30 Paar Socken und Gürtel, die der genannten Anzahl von Kindern bis zu dem Zeitpunkt nicht zur Verfügung standen.

An dem Sonntag fuhren wir mit zwei Autos zuerst nach Karangasem (Amplapura). Vor Ort besuchten wir das muslimische Waisenhaus PA Yassika. Als wir in den Hof des Hauses einbogen, erwartete uns schon der Heimleiter mit den Kindern. Insgesamt leben 45 Kinder in dieser Einrichtung. Die Kinder halfen uns mit viel Engagement und Freude die Reissäcke sowie die anderen Hilfsgüter ins Haus zu tragen. Nachdem wir uns zusammen mit den Kindern in der Moschee eingefunden hatten, bedankten sich der Leiter und ein Lehrer bei uns für die Hilfe. Auch ein Mädchen sprach ein paar Worte des Dankes auf Englisch. Im Gegenzug stellten wir uns mit unseren spärlichen indonesischen Srachkenntnissen vor, was in jedem Waisenhaus stets zu viel gemeinsamen Lachen und allgemeiner Erheiterung führte. Nach einer herzlichen Verabschiedung und einem abschließenden gemeinsamen Gruppenfoto, führte uns unser weiterer Weg nach Klungkung. Dort besuchten wir zwei weitere Einrichtungen.

Die erste Station in Klungkung war das muslimische Waisenhaus PA Fajar Dua.  Dort haben 35 Kinder ein Zuhause gefunden.

Erneut wurden die Lebensmittel und die anderen Hilfsgüter rasch ins Haus getragen, wo eine herzliche Dankesrede des Heimleiters und eine amüsante Vorstellungsrunde unsererseits folgte. Zum Glück konnte stets Handayani sich mit ihrem guten Indonesisch ausführlicher an die Kinder wenden. In diesem Waisenhaus hatten die Jungs den von uns mitgebrachten Fussball schnell ins Herz geschlossen. Für alle männlichen Beteiligten dieser Zusammenkunft war jetzt klar, dass eine Partie Fussball stattfinden würde. Schnell wurden Sam, Markus und ich im Hinterhof des Waisenhauses  den zwei Mannschaften zugeteilt. Ein ausgelassenes und freundschaftliches Fussballspiel folgte.

Das zweite Waisenhaus, welches wir in Klungkung besuchten, war mit 195 Kindern und Jugendlichen die größte Einrichtung auf unserer Route. Der Name des Waisenhauses lautet PA Kristen 400 Baith-El. In diesem Heim überreichten wir den Kindern die mitgebrachten Schuhe, Socken und Gürtel. Jedes Kind bedankte sich bei jedem von uns brav per Handschlag.

Unser letztes Reiseziel des Tages befand sich in Bangli. Dort wurden wir im christlichen Waisenhaus PA Widya Asih VI  vom Pfarrer willkommen geheißen. Wie in allen Häusern zuvor waren die Heimleiter sowie die Kinder und Jugendlichen erfreut und dankbar über unser Kommen. An jedem Ort, den wir an diesem Tag besuchten, wirkten die Kinder und Heranwachsenden sehr freundlich, offen und interessiert, obwohl viele von ihnen ein hartes Schicksal haben. Wir konnten beobachten, dass die Kinder in den Häusern immer eine freundschaftliche und liebevolle Gemeinschaft bilden, in der sie sich gegenseitig unterstützen und motivieren. Dies ist wohl mit der Hauptgrund dafür, dass die meisten der Waisenkinder mit offenen und mutigen Augen in die Welt schauen.

Ausnahmslos alle Offizielle der verschiedenen Einrichtungen und auch viele Kinder haben uns verdeutlicht, dass wir immer wieder herzlich willkommen sind, auch wenn wir keine Hilfspakete im Gepäck haben.

Nach dem Fussballspiel im Hinterhof des zweiten Waisenhauses machte mir Fathim, ein schneller Stürmer, deutlich, dass ihm das gemeinsame Fussballspiel großen Spaß bereitet habe. Ich konnte ihm nur zustimmen. Ich glaube, wie für Fathim war dieser Sonntag für alle Beteiligten ein bereicherndes, interessantes und vorallem ein freudiges Erlebnis.