Die Schwefelarbeiter vom Ijen Vulkan


Unser Ziel ist der Krater des Ijen Vulkans in Ostjava. Dort bauen Schwefelarbeiter den gelben Rohstoff noch von Hand ab, meist ohne Atemschutz.

Mit Bus und Fähre ging es von Denpasar aus Richtung Java. Dort angekommen erwartete uns schon unser Guide Ino, dessen Kontakt wir über einen Indo Freund vom Double Six Beach erhalten hatten. Nach einer viel zu kurzen Nacht ging es um ein Uhr morgens mit einem Allrad Jeep, Ino, Mr. Driver und uns zum Vulkan. Anschließend führte ein abenteuerlicher Pfad bergauf, der immer steiler zu werden schien. Nach schier endlosen Stunden des Wanderns kamen wir am Kraterrand an, wo sich uns ein erster Blick in den Krater und auf die weltberühmten „Blue Flames“ bot. Der Schwelgestank nahm stark zu und die Knochen wurden langsam müde. Gerade noch rechtzeitig bevor es hell wurde erreichten wir die Blue Flames im Krater. Nachdem die Sonne aufgegangen war erstreckte sich vor uns eine riesige gelbe Schwefelwolke und ein türkisfarbener Kratersee der zum reinspringen einzuladen schien. Jedoch ist der See das „größte Säurefass der Welt“!

Und dann kamen wir endlich in Kontakt mit den Schwefelarbeitern: Sie schlagen und brechen mit Eisenstangen den Schwefel aus dem Berg, schleppen und bearbeiten ihn mit bloßer Hand. In flüssiger Form ist der Schwefel über 400 Grad heiß. Die Schwefelwolke, die über allem schwebt, ist extrem schädlich für den Körper. Gerüchten zu Folge werden die Arbeiter nur zwischen 30 und 40 Jahre alt. Unser Guide Ino berichtete aber, dass jemanden kennt der die gelben Brocken auch noch mit 60 Jahren schleppt. Ein Arbeiter verdient zwischen zehn und 15 Dollar pro Tag, wenn er den beschwerlichen Weg auf den Vulkan und wieder herrunter, zwei Mal pro Tag, auf sich nimmt.

Damit liegt ihr Verdienst deutlich über dem Durchschnittslohn in Indonesien. Die meisten wollen Geld für sich und ihre Familie verdienen und sparen, um sich später ein kleines Reisfeld leisten zu können. Die Schwefelarbeiter schleppen auf ihren Schultern bis zu 80 Kilo, pro Kilo gibt es 1000Rp.

Die Schürfrechte hält ein chinesisches Unternehmen, welches den unveredelten Schwefel für 5000rp pro Kilo weiter verkauft. Wir haben den Schwefelarbeitern Atemschutzmasken mitgebracht, welche häufig auch angenommen wurden. Jedoch stürzen sich die Arbeiter meist ohne Schutzmasken in die Schwefelwolke, obwohl sie eigentlich welche besitzen!

Um die Situation der Schwefelarbeiter zu verbessern, bräuchte es zum einen ein Umdenken bei den Arbeitern selbst, bezüglich des Atemschutzes. Zum anderen sollte die Politik eingreifen und die ausländischen Unternehmen zu höheren Abnahmepreisen und besseren Sicherheitsvorkehrungen verpflichten.